CDU - Info-Tour am 24. Juni

 



 

     Nauheimer CDU besucht Bohrplatz in Trebur

Energie aus dem Erdinnern

Über drei Kilometer tief ist das Bohrloch auf dem Gelände des geplanten Geothermiewerkes in Trebur – kurz hinter der Ortsgrenze von Nauheim. Keine Vorstellung davon, wie tief das ist? Wer siebeneinhalb Runden auf der Aschenbahn im Sportpark läuft, hat eine Vorstellung davon, wie tief der Bohrer in die Erde eingedrungen ist. Und wer die Distanz im Sportpark geschafft hat, dem ist warm geworden – sehr warm. Wärme, die Nutzung von Erdwärme, das ist das Ziel, das mit dem Bau eines Geothermiewerkes angestrebt wird. In viertausend Metern oder mehr, hoffen die Fachleute auf die Wärme zu stoßen, die als Energie nutzbar ist und in Strom und Heizwärme umgewandelt werden kann.

Ein Geothermiekraftwerk, wie es in Nauheims Nachbarschaft entsteht, kann pro Jahr rund 25 Millionen Kilowattstunden Ökostrom produzieren. Diese Menge reicht aus, um rund 21.000 Menschen im Kreis Groß-Gerau mit Strom zu versorgen — sprich: Nauheim und Trebur.

Aber noch ist es nicht so weit. Noch arbeitet die Bohranlage 24 Stunden täglich, versenkt Rohre ins Erdreich, in unterschiedliche Gesteinsschichten – der geologische Untergrund wurde umfassend geprüft und analysiert. 43,30 Meter beträgt die Masthöhe des Bohrturms. Seismologisch wird die Anlage permanent überwacht. Hochkarätige Fachleute, die weltweit an ähnlichen Projekten gearbeitet haben, sind rund um die Uhr im Einsatz. Die Baustelle schläft nie.

Einer dieser Fachleute ist Arne Buß – Projektingenieur Geothermie und Mitarbeiter von ÜWGeo. Am Freitag, 24. Juni 2016, führte er zahlreiche Mitglieder des CDU Gemeindeverbandes Nauheim über die Anlage, informierte über die hoch spezialisierte Technik, über außergewöhnliche Sicherungsvorkehrungen und beantwortete versiert die Fragen der Besucher, die mit Hightech – auf Grund eigener Berufserfahrung – vertraut sind. Entsorgung des Bohrgutes, Thermalwasserbecken, Umweltschutz – kein Thema blieb unberührt, keine Frage blieb unbeantwortet. Der Faszination der Klima schonenden Energiegewinnung konnten sich auch jene nicht entziehen, deren technischer Horizont beim Bedienen einer Waschmaschine (eingestandener Maßen) endet.

Die Arbeiten, so Projektingenieur Arne Buß, sind im Zeitplan. Die Fertigstellung der Förder- und Injektionsbohrung ist für Ende 2016 geplant. Danach soll – bei erfolgreicher Bohrung - der Bau des eigentlichen Kraftwerkes beginnen.

Eine Woche später: Die Erkundungsbohrung wird abgebrochen, das Bohrloch wird bis ca. 2000 m mit Beton verfüllt und eine Schrägbohrung in nordostwärtiger Richtung (Seichböhl) soll neue Erkenntnisse über die Ergiebigkeit einer Energiegewinnung geben.

Inzwischen wurde die Entscheidung getroffen, dass eine Ergiebigkeit nicht gegeben ist und das Vorhaben agebrochen wird. Der Bohrturm ist bereits abgebaut und die Büro- und Werkstatt-Container werden entfernt. Die Vorbereitungen und die Erkundungsbohrung haben etwa 10 Mio. Euro verschlungen. (Stand: 9/2016)

 
Einführung in die Bohrtechnik durch Projektleiter Arne Buß (li.)


Die Teilnehmer an der Besichtigung vor dem Bohrturm

 
Auf dem Bohrplatzgelände lagert eine Unmenge an Bohrgestänge