Im Rahmen der "Spargeltage Gerauer Land" ließ sich die CDU am 16.5.2010 über das "königliche Gemüse", den Spargelanbau vom Nebenerwerbslandwirt Herrn Ernst Müller, unterrichten. Es gibt im "Seichböhl" den Nauheimer Spargellehrpfad, der anschaulich den Spargelanbau bei fachgerechter Anleitung zeigt. Auf dem „Seichböhl“, heißt es im Volksmund, läge ein goldener Tisch begraben. Der „Seichböhl“ war zu Beginn des vorletzten Jahrhunderts unbebaut. In der Mitte stand ein Sauerkirschbaum. Alles andere war "Franzosenkraut", Kugeldisteln und viele Kaninchenbaue. Um 1900 begann der Spargelanbau. Dafür war der sandige Boden ideal und als Folge dann gut für den Obstanbau. Nach der Gründung der "Nauheimer An- und Verkaufsgenossenschaft" im Jahre 1920 konnten Spargel und Obst in ganz Deutschland vermarktet werden. Diese Genossenschaft war der Vorgänger der "Starkenburger Obst- und Gemüseannahme" (Stoga bis 1967), deren Markthalle am Bahnhof 1930 errichtet und 1981 abgerissen und von Wohnhäusern in der Carlo-Mierendorff-Straße ersetzt wurde. Durch die Obst- und Spargelkulturen in den ersten 50 Jahren des 20. Jahrhunderts hat Nauheim einen gewissen Wohlstand erreicht.

Bei angenehmer Witterung empfing Spargelanbauer Ernst Müller 25 interessierte Freunde der CDU. Unter ihnen war auch Bürgermeisterkandidat Jan Fischer. Anschaulich erklärte Müller Anbau, Kultur, Ernte, Vermarktung und die Sorten dieses von April bis 24. Juni (Johanni) verfügbaren Gemüses. Auch den Vorgang des selber Stechens gelang nach kurzer Anleitung. Man merkte aber auch bald, dass ein mehrstündiger Ernteeinsatz körperlich recht anstrengend ist.

Ernst Müller referierte fast drei Stunden über den Spargelanbau und die Ernte. So erfuhr man, dass in den ersten drei Jahren der Spargel nur eingeschränkt gestochen werden kann. Erst ab dem vierten bis zum zehnten Jahr kann richtig geerntet werden. Zu hören war, dass pro Kilogramm geernteter Spargel etwa vier Euro Erntekosten anfallen. Im Februar und März werden die Spargeläcker hergerichtet, also die "Balken" aufgehäufelt, natürlich maschinell. Nach der Ernte im Juli und August wird organisch und anorganisch gedunkt und die Pflanzen bilden das Blattgrün, das dann im Herbst verwelkt und abgemäht wird. Im Winter ruht der Spargelacker.

 


Die Teilnehmer beim Rundgang über den Spargellehrpfad lauschen Ernst Müller (re.)


Ernst Müller zeigt das Spargelstechen . . .


. . . und Jan Fischer macht es gleich nach
 

 
Ernst Müller erläutert den Spargelanbau

 
Eine Teilnehmerin wurde fündig

 
Drei kräftige Spargelspitzen


Auch Johann Siegl konnte eine Stange kappen und nach Hause nehmen


 


Der Spargel wird auf dieser Maschine auf 22 cm Länge geschnitten


Der gewaschene Spargel wird sortiert

 


Ursula Ackley kauft im Hoflädchen ein


Das Schlusswort sprechen: Ernst Müller, Judith Nientied und Jan Fischer (re.)