CDU - Radtour 2014

 am 3. August

CDU-Sommer-Radtour

Die Nauheimer CDU organisierte eine Radtour über Astheim zum Pumpwerk "Rabenspitze". Vom Nauheimer Aldi-Parkplatz ging es zuerst über das flache Land nach Astheim, wo die denkmalgeschützte römisch-katholische Pfarrkirche „St. Petrus in Ketten“ von Diakon Günter Seemann und Constantin Mussel sehr detailliert und fachkundig vorgestellt wurde. Der schlichte Saalbau mit dreiseitigem Chorschluss wurde 1651 erbaut. Geweiht wurde die Kirche 1703 durch den Weihbischof Edmund Gedult von Jungenfeld. 1774 wurde der Bau verändert. Der eingestellte Westturm mit Spitzhelm ist aus älterer Zeit von einer Vorgängerkirche. Auf einem Deckengemälde ist die Geschichte des Patroziniums dargestellt. Das barocke Kleinod zeugt von der ehemals Kurmainzer Pfarrei Astheim. Erst 1802/03 wurde Astheim säkularisiert und der Provinz Starkenburg (Hessen-Darmstadt) zugeteilt.

 
Die Teilnehmer an der Radtour vor der Astheimer Kirche - C. Mussel (blau-kar. Hemd) trägt die Geschichte des Bauwerkes vor.


Hochaltar mit gotischen und barocken Elementen


Der Kirchenschatz


Hans Joachim Brugger (m.) überreicht Diakon Günter Seemann (li.) und Constantin Mussel Nauheimer Sekt für die lehrreiche Kirchenführung


*  *  *  *  *

An den neu errichteten Rheindämmen erläuterte Organisator der Radtour, Hans Joachim Brugger, einiges zum Hochwasserschutz. Der Winterdeich wurde in der Gemarkung Trebur zwischen Geinsheim und Ginsheim saniert. Dabei war entsprechend den Länderverträgen die Deichkrone zu erhöhen. Ein Bruch des Winterdeiches würde eine überflutete Fläche von mehr als 500 Quadratkilometer mit über 200 000 geschädigten Einwohnern zur Folge haben. Im Zuge der Deichsanierung war das im Vorflutbereich gelegene Pumpwerk für den Riedentwässerungsgraben in Astheim (Rabenspitze) in den Rheindeich zu integrieren.

Auf dem ersten, 2,4 Kilometer langen Regelabschnitt, erfolge die Sanierung zur Landseite hin. Der Deich wurde um etwa acht Meter verbreitert sowie durchschnittlich um 70 Zentimeter erhöht und somit für ein 200-jähriges Hochwasser ausgebaut. Der neue Versorgungsweg wurde asphaltiert. Das Befahren sei aber nur für Erhaltungs- und Verteidigungszwecke erlaubt, - aus wirtschaftlichen Gründen würden keine Betonwege, sondern neuerdings Asphaltwege gebaut.

Hochwasserschutz betreffe direkt die Existenz der Menschen. Es dauere immer viele Jahre, bis solche Maßnahmen abgeschlossen seien. In Hessen gebe es 23 643 Kilometer Gewässer, davon seien 4 778 Kilometer Überschwemmungsgebiet. Als Vorsorgemaßnahmen habe das Land in den vergangenen zehn Jahren 223 Millionen Euro investiert. Mit dem Pumpwerk wurden gleich zwei Maßnahmen vereint und fertiggestellt. Einmal wurde der Rheinwinterdeich erhöht und ertüchtigt, andererseits das Pumpwerk verlagert und neu gebaut.

Im Jahr 2012 wurde das Pumpwerk „Rabenspitze“  bei Astheim in Betrieb genommen. Seine Funktion, die auch bis Nauheim ausstrahlt, erklärte Vorstandsmitglied Günter Engel des Astheim-Erfeldener Entwässerungsverbandes. Von dem Pumpwerk "Rabenspitze" ist nur die große Rechenanlage zum Aussortieren von Ästen und Schnittgut zu sehen. Das Wasser aus dem Landgraben wird über den höheren Winterdeich in den Rhein gepumpt. Beim Neubau wurde auch ein Zufluss zum Schwarzbach hergestellt. Damit kann bei Hochwasser auch aus diesem Bach Wasser abgepumpt und das eigentliche Schwarzbach-Pumpwerk bei Ginsheim unterstützt werden. Das neue Pumpwerk wird gemeinsam vom Asthelm-Erfelder-Entwässerungsverband und dem Wasserverband Schwarzbachgeblet-Ried betrieben und hat rund 3,2 Millionen Euro gekostet. Die zwei Pumpen des Pumpwerkes können jeweils 2 500 Liter Wasser je Sekunde über den Deich fördern.

Für die Errichtung des Pumpwerkes Rabensitze mit Hauptgraben und Rechenanlage, Herstellen des Überleitungsgrabens vom Schwarzbach zum Pumpwerk, Erhöhung des Sommerdammes und der Abriss des alten Pumpwerkes Rabenspitze wurden Kosten in Höhe von 3.840.000 € veranschlagt (Anteil WSR 2.300.000 €, Anteil AEEV 1.540.000 €).  Das Bauvorhaben wurde  mit 70% durch das Land Hessen gefördert.


Vor der weithin sichtbaren Rechenanlage erfuhren die Anwesenden einiges über das Pumpwerk


Die beiden Pumpen fördern 5000 Liter/Sekunde


In der Schaltzentrale des Pumpwerkes. Herr Engel (2.v.li.) erklärt

Nach der Führung lud die Nauheimer CDU die Teilnehmer vor Ort zu Kaffee und Kuchen unter freiem Himmel ein, um anschließend die Rückfahrt gestärkt antreten zu können. Das Catering übernahmen in vorbildlicher Weise die beiden "Marketenderinnen" Monika Großmann, Hedi Kirst und Fahrer Holger Bach. — Die Gesamtstrecke betrug knapp 20 km, also gut für etwas weniger Trainierte.                                                                                                                     Videoclip

 
Ein Regenschauer vereinte Landtagsabgeordnete und Kommunalpolitiker

Videoclip


CDU-Homepage         Einweihung Pumpwerk Rabenspitze          Der Schwarzbach durch die Nauheimer Gemarkung