Neujahrswanderung

Geothermie- oder Erdwärmekraftwerk

Das Grundstück liegt in der Gemarkung Trebur an der Gemarkungsgrenze zu Nauheim. Fläche: 12.624 Quadratmeter. Die Grundfläche, die das spätere Kraftwerk benötigt, ist deutlich kleiner (ca. die Hälfte). Die größere Fläche wird für die Logistik beim Bau benötigt (Lagerfläche). Abstand zum Ortsrand Trebur 1 km. Abstand zum Ortsrand Nauheim 1,35 km, Abstand zum Ortsrand Wallerstädten 3 km. Abstand zum nächsten Aussiedlerhof 0,77 km.

Der gewählte Standort liegt mit über einem Kilometer Abstand zur nächsten Ortsrandgrenze im ausreichenden Abstand zur Wohnbebauung - außerhalb von Natur-, Wasser-, Artenschutz- oder Naherholungsgebieten. Er kann über die Landstraße L 3040 direkt erschlossen werden, so dass Baustellenverkehr während der Bauphase nicht durch Ortschaften geführt werden muss. Durch den großen Abstand zur Wohnbebauung können die gesetzlichen Lärmgrenzwerte deutlich unterschritten werden.

Für Vorbereitung, Bodenuntersuchungen, Planungen und Bürgerdialog wurden 15 Mio. Euro ausgegeben. Eine Bohrung bis 3.000 m Tiefe wird rund 15 Mio. Euro kosten. Der Gesamtaufwand wird mit rund 40 Mio. Euro kalkuliert – ohne den Bau des Nahwärmenetzes.

Bei der Planung müssen Bau- und Bergrecht berücksichtigt werden. Für die oberirdischen Vorhaben wird das sog. „privilegiertes Baurecht im Außenbereich“ (§ 35 BGB *) in Anspruch genommen. Da das Kraftwerksgebäude, Höhe etwa wie eine übliche Gewerbehalle, nur einen Teil der erworbenen Fläche einnimmt, wird der Rest der Fläche für ökologische Ausgleichsmaßnahmen und Parkplätze verwendet. Das Genehmigungsverfahren und die Tiefenbohrung – weltweite Angebotseinholung - sind zeitlich nicht genau zu begrenzen. Die erste Bohrung wird senkrecht auf 2.500 – 3.000m geführt, die zweite, für den Rücklauf des Wassers, wird schräg gesetzt. Mögliche Bohrung 2015. Mögliche Inbetriebnahme 2016.

Prognostizierte Leistung: 3 Megawatt elektrisch und 6 Megawatt thermisch. Das Tiefenwasser soll eine Temperatur von 150°C haben. Im Jahr 2014 sollen die Planungen vorangetrieben werden.

Ein Geothermiekraftwerk könnte pro Jahr rund 25 Millionen Kilowattstunden Ökostrom produzieren. Diese Menge reicht aus, um rund 21.000 Menschen im Kreis Groß-Gerau mit Strom zu versorgen und leistet damit einen wesentlichen Beitrag, um das politische Ziel des Kreises Groß-Gerau bis zum Jahr 2020 mit etwa 30 Prozent des Stromverbrauchs aus Erneuerbaren Energien zu decken.

Damit wären die rund 13.000 Einwohner der Großgemeinde Trebur als Standortkommune rechnerisch völlig unabhängig vom Strommarkt. Der produzierte Strom wird in das öffentliche Stromnetz eingespeist, die Wärme soll ebenfalls vor Ort genutzt werden. Angrenzende Kunden in Trebur und Nauheim könnten über ein noch zu errichtendes Wärmenetz mit Heizenergie versorgt werden. Die Wärme, die ein solches Kraftwerk produziert, könnte den Jahreswärmebedarf von rund 400 Privathaushalten decken, was in etwa der Menge von 750.000 Litern Heizöl entspricht. Insgesamt können so gut 27.000 Tonnen CO2 pro Jahr eingespart werden. Das Kraftwerk ist für eine Dauer von 30 Jahren ausgelegt.

Bürger sollen auch finanziell von dem Projekt profitieren. Es sollen Geothermie-Sparbriefe angeboten werden mit einer guten Rendite.

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*) = § 35 Bauen im Außenbereich

(1) Im Außenbereich ist ein Vorhaben nur zulässig, wenn öffentliche Belange nicht entgegenstehen, die ausreichende Erschließung gesichert ist und wenn es

1.       einem land- oder forstwirtschaftlichen Betrieb dient und nur einen untergeordneten Teil der Betriebsfläche einnimmt,

2.       einem Betrieb der gartenbaulichen Erzeugung dient,

3.       der öffentlichen Versorgung mit Elektrizität, Gas, Telekommunikationsdienstleistungen, Wärme und Wasser, der Abwasserwirtschaft oder einem ortsgebundenen gewerblichen Betrieb dient,

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CDU-Homepage   Weitere Infos der ÜWG zum Geothermiekraftwerk