Neujahrswanderung

Die Kehlenbrücke

In der Südost-Ecke der Gemarkung Nauheim, nach Einmündung des ehemals das ganze Bruch durchfließenden Hegbaches und noch vor der Mündung des Groß-Gerauer Mühlbaches, führt die "Kehlen-Brücke" über den Schwarzbach. Sie ist eine Verbindung aus der namengebenden Gewann „Im Kehlen" (= Schlucht) nach dem Südzipfel der Bruchwiesen und einem von Groß-Gerau herreichenden erhöhten Sandrücken. Sie befindet sich im Naturschutzgebiet „Erlenwiese und Kratzenau von Groß-Gerau und Nauheim“. *)

Sicher gab es vor Bau der Kehlen-Brücke hier Stege für Fußgänger, aber die sind namentlich nicht erfasst. Den Brückennamen findet man erstmals in der Bürgermeisterrechnung (BMR) von 1832, als der Bohlenbelag erneuert wurde. Die also schon bestehende Brücke hat Steinwände als Auflagen für den hölzernen Überweg. Der dann 1840 verzeichnete Betrag ist hoch und ausreichend für einen vollständigen Neuaufbau.

Die Kehlen-Brücke hat unter Hochwasserständen mit am stärksten gelitten und ist von den Fluten aus Schwarzbach und Hegbach sehr oft weggerissen worden. So wurde 1840 "Holz aus der Tann zur Herstellung der Kehlenbrücke" angefahren, das gleiche aber schon wieder 1844 und 1846. Schon 1850 musste die Brücke als "altes Gehölz von der Kehlenbrücke" abgerissen und neu errichtet werden.

1867, 1876 und 1882/83 wurden für Herstellung der durch das Hochwasser fortgetriebenen Kehlen- und Bleichbrücken Beträge unterschiedlicher Höhe an die ausführenden Handwerker entrichtet.

Nach 1890 wird die Kehlen-Brücke nicht mehr genannt; wann die der Bleich-Brücke ähnliche eiserne Brücke errichtet wurde, ist unbestimmt.                                                                    Quelle: Auszug aus der Nauheimer Chronik I - Autor: H. Hock


Die Kehlenbrücke über den Schwarzbach im Naturschutzgebiet
"Erlenwiese und Kratzenau
von Groß-Gerau und Nauheim“

Diese sog. Platten-Brücke besteht aus Beton und Stahl. Sie weist Mängel und Schäden auf, die umgehend zu beseitigen sind. Standfestigkeit, Verkehrssicherheit und Dauerhaftigkeit sind beeinträchtigt. Ein Ersatz des Geländers wird empfohlen. An den Flügeln und Widerlagern sind Risse zu verfugen. Unterspülungen und Bewuchs sind zu beseitigen. Die anfallenden Kosten wurden nicht ermittelt.

Der Gemeindevorstand hat am 6.8.2013 beschlossen, die Brücke nicht zu sanieren, sondern zu sperren für die Nutzung als Fuß-, Reit- und Fahrweg. Die Obere Naturschutzbehörde ist in die Entscheidung einzubinden.

 

*) = Das Naturschutzgebiet (Größe: 61 Hektar) besteht aus einem Abschnitt der Schwarzbachaue, die in ehemaligen Altneckarbetten liegt. Diese naturnahen Bereiche mit noch größeren Grünlandflächen gilt es zu erhalten. Geschützt sind insbesondere die Auwaldreste, Erlenbestände, Grünlandgesellschaften, vor allem den Glatthaferwiesen des Schwarzbachdammes und den Feuchtwiesen, den Röhrichten, Seggenriedern und Hochstaudenfluren mit den dort vorkommenden Tier- und Pflanzenarten.

Die Förderung naturnaher Waldbestände, die Offenhaltung des Grünlandes durch Nutzung und die Gewährleistung von Sukzessionsabläufen stellen das Schutz- und Pflegeziel dar. 25 ha davon liegen auf Nauheimer Gemarkung. Der Name leitet sich ab vom dortigen Erlenwiesengraben und der Flurbezeichnung "In der Kratzenau", nordwestlich der Bahnlinie.

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