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Parteien – Der Neujahrsspaziergang der CDU führt unter anderem
zum künftigen Standort des Geothermiekraftwerks


Großes Interesse: Für den Standort des künftigen Geothermiekraftwerks interessierten sich die zahlreichen Teilnehmer
beim Neujahrsspaziergang der CDU. Hans Joachim Brugger (rechts) informierte über das Projekt.
„2016 soll es in Betrieb gehen“, sagte er.                                        Foto: Rainer Beutel

Das Interesse der Bürger, den Standort des Kraftwerks einmal zu sehen, war am Sonntag sehr ausgeprägt: Über 60 Teilnehmer trafen sich am Aldi-Parkplatz, um zunächst einmal rund einen Kilometer nach Westen zu wandern. Hans Joachim Brugger, früherer Vorsitzender des CDU-Gemeindeverbands und Vorstandsmitglied des Museumsvereins, führte die Neugierigen an die Nahtstelle zwischen Nauheim und Trebur. „Nach Trebur ist es von hier ein Kilometer, nach Nauheim sind es 1,35 Kilometer“, informierte er über die Lage nördlich der Landesstraße 3040 und westlich eines betonierten Feldwegs, der ziemlich nah an der Ortsgrenze liegt.

Dass die Neujahrswanderer in diesem Moment Trebur den Rücken zukehrten, lag allerdings nur an der tief stehenden Sonne.
Brugger weckte Interesse an der modernen Form der Stromerzeugung mittels heißen Wassers tief aus der Erde. Besagtes Grundstück sei 12 642 Quadratmeter groß. Die Grundfläche des späteren Kraftwerks sei allerdings deutlich kleiner; sie mache etwa die Hälfte aus. Die größte Fläche werde für die Logistik beim Bau benötigt. Für die Vorbereitungen – von der Bodenuntersuchung über die Planung bis zum Bürgerdialog – seien vom Betreiber Überlandwerk bis jetzt 15 Millionen Euro ausgegeben worden. Diese Summe koste auch die Bohrung bis in eine Tiefe von rund 3000 Metern. Den kompletten Aufwand für das Kraftwerk bezifferte Brugger auf 40 Millionen Euro, wobei in dieser Summe der Ausbau eines Nahwärmenetzes allerdings noch nicht eingerechnet sei.

Der Standort liege außerhalb von Natur-, Wasser-, Artenschutz und Naherholungsgebieten, betonte der Christdemokrat. Der Baustellenverkehr fließe nicht durch Ortschaften, sondern über die Treburer Chaussee (Landesstraße 3040). Durch den Abstand zur Wohnbebauung würden die gesetzlichen Lärmgrenzwerte deutlich unterschritten. Brugger sagte, dass das Geothermiekraftwerk pro Jahr rund 25 Millionen Kilowattstunden Ökostrom produzieren könne. „Diese Menge reicht aus, um 21 000 Menschen mit Strom zu versorgen.“ Nach seiner Rechnung wären das „komplett Trebur“ und das Nauheimer Gebiet jenseits der Bahn. Der produzierte Strom solle ins öffentliche Netz eingespeist werden. 27 000 Tonnen Kohlendioxid fallen weg
Die anfallende Wärme werde vor Ort genutzt: Kunden in Trebur und Nauheim könnten über ein Wärmenetz mit Heizenergie versorgt werden. Mit der anfallenden Wärme seien etwa 400 Privathaushalte zu versorgen. Das entspreche etwa der Menge von 750 000 Litern Heizöl. Pro Jahr würden dann 27 000 Tonnen Kohlendioxid eingespart.

Während des etwa fünf Kilometer langen Spaziergangs war reichlich Zeit, die Informationen zu verarbeiten und über das Projekt zu diskutieren. Vor dem Abstecher zum Standort des Kraftwerks machten die Ausflügler Station am ehemaligen Römerlager an der Nauheimer "Herrnwiese", wo Brugger seine Zuhörer mit einer besonderen „Ausgrabung“ überraschte – einer Flasche Hochprozentigem, die er aus dem Unterholz fischte. Später gab es dann auch noch einen Imbiss.

Quelle: Rüsselsheimer Echo vom 7.1.2014 - Autor: Rainer Beuitel

 

Neujahrswanderung der Nauheimer CDU zum künftigen Kraftwerks-Standort

Die Neujahrswanderung der CDU führte am Seichböhl entlang zum Römerlager und zum Standort für das Geothermie-Kraftwerk.
Foto: Detlef Volk

Mit einer Rekordbeteiligung von mehr als 60 Teilnehmern startete die CDU zu ihrer Neujahrswanderung. Vom Parkplatz eines Einkaufsmarktes an der L 3482 ging es durch den „Seichböhl“ zum Standort des geplanten Geothermie-Kraftwerkes. Der Abschluss fand im Feld bei Kaffee und Kuchen statt.

Die kleine, rund fünf Kilometer lange Tour hatte der frühere CDU-Ortsvorsitzende und ehemalige Erste Beigeordnete, Hans Joachim Brugger, vorbereitet. Er konnte beim Start nicht nur den Nauheimer Gemeindevertretervorsteher Hubert Deckert, sondern auch dessen Treburer Kollegen Horst Staengle (beide CDU) begrüßen. Außerdem nahmen Ehrenbürger Alwin Geyer und Bürgermeister Jan Fischer (CDU) am Spaziergang teil.

An der Gemarkungsgrenze zu Trebur informierte Brugger über das geplante Geothermiekraftwerk, dessen Bau im nächsten Jahr beginnen soll. In diesem Jahr wird an den Planungen und Genehmigungen gearbeitet, die Bohrungen zur Förderung des rund 150 Grad heißen Wassers sollen im nächsten Jahr beginnen, sagte Brugger. „Das Kraftwerk wird in Trebur, das Thermalbad in Nauheim entstehen“, scherzte Brugger. Er griff dabei eine Idee der rot-grünen Kreistagskoalition auf, die den Bau eines zentralen Hallenbades in der Nähe des Kraftwerkstandortes angeregt hatte. Einen eingereichten Antrag zogen die Parteien dann aber wieder zurück.

Der Standort für das Kraftwerk liegt zentral zwischen beiden Orten, erklärte Brugger weiter. Trebur liegt einen Kilometer entfernt, Nauheim 1,35 Kilometer und zu den Aussiedlerhöfen Oberach sind es gerade einmal 770 Meter. Beste Voraussetzungen also, nicht nur den erzeugten Strom zu verkaufen, sondern auch ein Nahwärmenetz erfolgreich zu betreiben.

Das Grundstück für das Kraftwerk ist 12 624 Quadratmeter groß, das Kraftwerk selbst wird davon etwa die Hälfte der Fläche einnehmen. „Die Größenordnung bewegt sich im Rahmen einer Gewerbehalle, nur nicht so hoch“, sagte Brugger. Wahrscheinlich werde die ganze Anlage aus Lärmschutzgründen noch mit einem Wall umfasst. Für den Bau des Kraftwerks werde kein Bebauungsplan oder die Aufnahme im Raumordnungsplan gebraucht, erklärte Brugger weiter. Es handle sich dabei um sogenanntes privilegiertes Bauen im Außenbereich.

Vor dem Halt am Kraftwerk-Standort hatte Brugger an den beiden Römer-Tafeln kurz über das nachgewiesene Lager einer römischen Legion mit rund 6000 Mann berichtet. Später überquerte die Gruppe die L 3040 und es ging weiter zur Schwarzbach-Aue, dem Naturschutzgebiet „Erlenwiese und Kratzenau von Groß-Gerau und Nauheim“. Mitten im Feld erwartete die Wanderer dann die gedeckte Kaffeetafel zur Stärkung vor dem restlichen Heimweg.

Quelle: Main-Spitze vom 7.1.2014 - Autor: Detlef Volk

 

Kehlen-Brücke ist nicht mehr allzu vielen Bürgern bekannt – Oft wurde sie beschädigt oder gar weggespült

Sanierungsbedürftig, aber erhaltenswert: die Kehlen-Brücke
im Süden der Gemarkung.                       Foto: Rainer Beutel

Mit bloßem Auge ist zu erkennen, dass die vermutlich älteste Brücke Nauheims ihre besten Tage hinter sich hat. Doch nur wenige kennen sie. Die Kehlen-Brücke liegt im Südosten der Gemarkung und führt vom Nauheimer Gebiet in unmittelbare Nähe der Groß-Gerauer Gemarkung. Eine Sanierung wird seit mindestens zwei Jahren angestrebt, passiert ist aber nichts.
Ein rostiges, verbogenes Geländer lässt ahnen, wie sanierungsbedürftig die Kehlen-Brücke ist. Der kleine Übergang am Schwarzbach wird zwar wegen seiner abgeschiedenen Lage kaum genutzt, doch die Verkehrssicherheitspflicht nötigt der Gemeinde auf, den Übergang früher oder später instand zu setzen.

Den kleinen Steg kennen vor allem Spaziergänger, Naturfreunde und Wanderer. Von bebautem Gebiet ist die Kehlen-Brücke rund einen Kilometer entfernt. Sie verbindet die Gewann „Im Kehlen“ und die „Gülden-Gewann“ mit dem Flurstück „Im Schlotten Klauer Grund“, der an den „Bruch“ grenzt und den Südzipfel der Nauheimer Gemarkung umfasst. Östlich liegt der Stockheimer Hof, südlich schließt sich Groß-Gerauer Gebiet an. Stellenweise handelt es sich um eine großflächige Sumpf- und Schilflandschaft.

„Die Brücke befindet sich im Naturschutzgebiet Erlenwiese und Kratzenau von Groß-Gerau und Nauheim“, nennt Hans Joachim Brugger vom Heimat- und Museumsverein eine weiter gefasste Ortsbezeichnung. Er zeigte das Relikt vor wenigen Tagen den zahlreichen Teilnehmern beim Neujahrsspaziergang der CDU. Viele wussten gar nicht, dass eine Brücke dort zu finden ist.
Brugger nimmt an, dass es in diesem Bereich des Schwarzbachs schon vor dem Bau der Kehlen-Brücke Stege für Fußgänger gegeben haben dürfte. Sie seien jedoch nicht namentlich erfasst. Aus der Ortschronik geht hervor, dass es in der Nähe sogar einen von den Römern errichteten Fluss-Übergang gegeben haben soll. In den dreißiger Jahren waren Überreste davon entdeckt worden. Brugger und Ehrenbürger Alwin Geyer erinnern sich aber nicht mehr an den exakten Standort, wie sie einräumten.

„Den Brückennamen findet man erstmals in einer Bürgermeisterrechnung von 1832“, hat Brugger recherchiert. Damals sei der Bohlenbelag erneuert worden. Daraus lasse sich schließen, dass die Ursprünge des Stegs mehr als 181 Jahre alt sein müssten. Steinwände dienten einst als Auflagen für einen hölzernen Überweg. Der Heimatkundige konnte aus alten Unterlagen herausfinden, dass die Brücke bei Hochwasser von den Fluten des Schwarzbachs mehrfach beschädigt oder gar weggerissen worden ist. Brugger kennt Reparaturdaten von 1840, 1844 und 1846. 1850 sei die Kehlen-Brücke neu errichtet worden.
Weitere Rechnungen im Gemeindearchiv zeigen, dass 1867, 1876 und 1882/83 für die Herstellung der überschwemmten und abgetriebenen Konstruktion weitere Geldbeträge an Handwerker gezahlt worden sind.

Eine Wissenslücke klafft nach 1890 – von da an kommt die Kehlen-Brücke in gemeindlichen Unterlagen vorerst nicht mehr vor. Es lasse sich daher nicht nachvollziehen, von wann das verbogene und rostige Eisengeländer stammt, das heutzutage alles andere als sicher wirkt. Die inzwischen als Plattenbrücke konstruierte Überführung weist im Unterbau Mängel und Schäden auf. Das ergaben bautechnische Untersuchungen, erklärt Brugger. An Flügeln und Widerlager seien Risse zu verfugen. Stellenweise sei die Brücke auch unterspült.

Zumindest ein Ersatz des Geländers wird empfohlen, betont der Beigeordnete. Ob sein Rat befolgt wird, ist jedoch fraglich. Schon vor zwei Jahren lag bei den Haushaltsberatungen für 2013 ein Antrag vor, aus Sparsamkeit auf eine Sanierung zu verzichten. Für Reparaturen an der Kehlen-Brücke und den kleinen innerörtlichen Überführungen in der Mühlstraße und der Schwanenstraße hatte der Gemeindevorstand bereits 21 000 Euro veranschlagt. Der Antrag, die Ausgaben zu sparen, wurde damals abgelehnt. Doch passiert ist 2013 an der Kehlen-Brücke – wie in den vielen Jahrzehnten zuvor – trotzdem nichts.

Quelle: Rüsselsheimer Echo vom 11.1.2014 - Autor: Rainer Beuitel